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Diagnose

Tennisellenbogen

Die Sehne braucht Belastung, nicht Schonung

Verfasst und geprüft von Dimitrios RallisAktualisiert: 12 wissenschaftliche QuellenMehr über den Therapeuten

Was ist das?

Sehnenveränderung an der Außenseite des Ellenbogens durch Überlastung der Unterarmstreckmuskulatur. Keine Entzündung, sondern ein Umbauprozess der Sehne. Betrifft vor allem Menschen mit repetitiven manuellen Tätigkeiten — nicht nur Tennisspieler. Die Sehne ist nicht kaputt, sie hat ihre Belastungsgrenze überschritten und braucht eine angepasste, schrittweise Belastung zur Erholung.

Symptome

Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, verstärkt bei Greifbewegungen, beim Anheben von Gegenständen oder beim Händeschütteln. Kraftminderung beim Zupacken. Schmerzen beim Drehen von Türklinken oder Flaschenöffnen. Typischer schleichender Beginn ohne klares Verletzungsereignis.

Prognose

Günstig: 80 bis 90 Prozent erholen sich innerhalb von zwölf Monaten. Wiederkehrende Episoden sind bei 20 bis 50 Prozent möglich, lassen sich aber durch konsequentes Krafttraining und Belastungsanpassung reduzieren. Der Sehnenheilungsprozess braucht Zeit — vollständige Gewebsanpassung dauert bis zu einem Jahr.

Sofortmaßnahmen

Schmerzauslösende Tätigkeiten vorübergehend anpassen, nicht komplett vermeiden — die Sehne braucht Belastungsreize für ihre Erholung. Leichte Greifübungen schmerzadaptiert beginnen. Eine Epicondylitis-Bandage kann kurzfristig unterstützen. Bei anhaltenden Beschwerden über mehrere Wochen physiotherapeutische Beratung empfohlen.

Was ist ein Tennisellenbogen?

Der Tennisellenbogen entsteht durch eine Überlastung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Betroffen ist vor allem der kurze Handgelenkstrecker (Extensor carpi radialis brevis). Dieser Muskel streckt das Handgelenk — und genau das ist seine wichtigste Aufgabe beim Greifen: Er stabilisiert das Handgelenk in Streckstellung, damit die Finger kraftvoll zupacken können. Ohne diese Stabilisation würde das Handgelenk beim Greifen nach vorne wegknicken. Deshalb wird die Sehne besonders bei Greif-, Hebe- und Drehbewegungen belastet. Entgegen der häufigen Annahme handelt es sich nicht um eine Entzündung, sondern um einen Umbauprozess der Sehne — die Gewebsstruktur verändert sich, ähnlich wie bei anderen Tendinopathien an Achillessehne oder Patellasehne.

Trotz des Namens sind nur 5 bis 10 Prozent der Fälle mit Tennisspielen verbunden. Deutlich häufiger sind berufliche Tätigkeiten mit repetitiven Handbewegungen die Ursache: Handwerker, Büroangestellte mit intensiver Mausbedienung und Fabrikarbeiter sind überproportional betroffen.

Die Sehne ist nicht kaputt — sie hat ihre aktuelle Belastungsgrenze überschritten. Das Gewebe durchläuft einen Umbauprozess, der durch gezielte Belastung gefördert und durch Schonung gebremst wird. Bindegewebe lebt von Be- und Entlastung.

Bei länger bestehenden Beschwerden kann sich die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändern — das Schmerzsystem wird empfindlicher, ohne dass der Sehnenschaden größer wird. Dieses Wissen ist wichtig, weil es erklärt, warum manche Betroffene länger brauchen und warum Aufklärung und schrittweise Belastung so wirksam sind.

Typische Symptome

Die Beschwerden beginnen meist schleichend und verstärken sich über Wochen. Typische Symptome sind:

  • Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens, oft ausstrahlend in die Unterarmmuskulatur
  • Verstärkung bei Greifbewegungen, beim Anheben einer Tasse, beim Händeschütteln oder beim Drehen einer Türklinke
  • Kraftminderung beim Zupacken — die schmerzfreie Griffstärke ist der empfindlichste Verlaufsparameter
  • Schmerzen beim Tippen oder bei der Mausbedienung
  • Gelegentlich Morgensteifigkeit oder Anlaufschmerz

Tritt der Schmerz vor allem bei bestimmten Greifbewegungen auf und lässt in Ruhe nach, spricht das für eine typische Überlastungssymptomatik. Ist der Schmerz auch in Ruhe dauerhaft vorhanden, deutet das auf eine höhere Irritierbarkeit der Sehne hin — die Belastung in der Therapie wird dann zunächst niedriger dosiert. In beiden Fällen ist gezielte Belastungstherapie die Grundlage der Behandlung.

Sofort ärztlich abklären bei

  • Trauma-Anamnese (Fraktur ausschließen)
  • Neurologische Defizite im Unterarm oder Hand
  • Schwellung und Rötung am Ellenbogen (Infektion, Gicht)
  • Instabilität des Ellenbogengelenks

Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache ist eine wiederholte Überlastung der Unterarmstreckmuskulatur durch Greif-, Dreh- und Hebelbewegungen. Die Sehne wird dabei mehr belastet, als sie sich zwischen den Belastungen erholen kann — es entsteht ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit.

Häufige Auslöser: Schrauben, Hämmern, Tastaturarbeit, Mausbedienung, Putzen, Gartenarbeit. Im Sport: Tennisspielen (besonders Rückhand mit unzureichender Technik), Golfen, Klettern. Ein einzelnes Ereignis ist selten die Ursache — meist entwickeln sich die Beschwerden über Wochen durch eine Summe kleiner Überlastungen.

Risikofaktoren: Alter über 40 Jahre, Greifarbeiten über eine Stunde täglich, Rauchen (vermindert die Sehnendurchblutung), Übergewicht und Schlafmangel. Schlechter oder zu wenig Schlaf kann die Sehnenheilung verlangsamen und das Schmerzempfinden erhöhen.

Die gute Nachricht: Was durch Belastung entstanden ist, kann durch gezielte Belastung auch wieder besser werden. Die Sehne passt sich an die Anforderungen an — vorausgesetzt, die Belastung wird schrittweise gesteigert und nicht zu schnell oder zu viel auf einmal gefordert.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung gestellt. Bildgebung ist bei typischer Präsentation nicht erforderlich.

In der Untersuchung werden verschiedene Tests durchgeführt: Handgelenkstreckung gegen Widerstand, Dehnung der Streckmuskulatur und gezielte Druckprüfung am Sehnenansatz. Die schmerzfreie Griffstärke im Seitenvergleich ist der wichtigste Verlaufsparameter — sie zeigt, wie belastbar die Sehne aktuell ist und wie sie sich im Therapieverlauf entwickelt.

Bildgebung ist nur bei diagnostischer Unsicherheit oder therapieresistenten Verläufen sinnvoll. Ultraschall kann Sehnenveränderungen darstellen, MRT zeigt Begleitpathologien. Röntgen schließt knöcherne Ursachen aus. Auch hier gilt: Ein Befund in der Bildgebung allein begründet keine Therapie — entscheidend ist die Kombination aus Befund und Beschwerden.

Differenzialdiagnosen: Nerveneinklemmung im Unterarm (Radialtunnelsyndrom — ähnliche Lokalisation, aber Druckschmerz etwas weiter distal), Ellenbogenarthrose, Seitenbandinstabilität, ausstrahlende Beschwerden von der Halswirbelsäule. Bei begleitenden Nackenbeschwerden sollte die HWS mituntersucht werden.

Natürlicher Verlauf und Prognose

Der natürliche Verlauf ist überwiegend günstig: 80 bis 90 Prozent der Betroffenen berichten nach zwölf Monaten über eine deutliche Besserung oder Beschwerdefreiheit. Allerdings berichten 20 bis 50 Prozent über wiederkehrende Episoden oder leichte Restbeschwerden nach ein bis drei Jahren.

Warum dauert Sehnenheilung so lange?

Sehnengewebe besteht aus Kollagen Typ I — der Umbau von ungeordnetem Ersatzgewebe (Typ III) zu belastungsfähigem Gewebe dauert biologisch 300 bis 500 Tage. Das erklärt, warum viele Betroffene sich verbessern, die Therapie abbrechen und einen Rückfall erleben — die Sehne war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig umgebaut.

Faktoren, die eine längere Erholung begünstigen: Hohe anfängliche Schmerzintensität, Beschwerden länger als drei Monate vor Therapiebeginn, erhöhte Kälteempfindlichkeit am Ellenbogen (ein Zeichen für veränderte Schmerzverarbeitung), hohe körperliche Arbeitsbelastung und psychische Belastungsfaktoren.

Psychosoziale Faktoren beeinflussen den Verlauf auch beim Tennisellenbogen: Katastrophisierende Gedanken und Bewegungsangst sind mit stärkeren Schmerzen und schlechterer Funktion assoziiert. Wer versteht, dass die Sehne nicht kaputt ist und dass Belastung Teil der Lösung ist, hat nachweislich bessere Ergebnisse.

Behandlung – Belastung statt Schonung

Ziel: Die Sehne wieder belastbar machen und die Funktion im Alltag wiederherstellen. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine Kombination aus Aufklärung, Belastungsmanagement und progressiver Kräftigung als Erstlinienbehandlung.

Aufklärung und Belastungsmanagement

Schmerzauslösende Tätigkeiten werden identifiziert und vorübergehend angepasst — nicht komplett vermieden. Die wichtigste Botschaft: Die Sehne ist nicht kaputt, sie braucht eine angepasste Belastung. Vollständige Schonung bremst den Heilungsprozess, weil Bindegewebe auf Be- und Entlastung angewiesen ist, um sich zu strukturieren. Eine Epicondylitis-Bandage kann kurzfristig unterstützen.

Progressive Belastungstherapie (Kernbehandlung)

Schrittweise Kräftigung ist die wirksamste Intervention. Die aktuelle Evidenz zeigt: Die Art der Übung (isometrisch, exzentrisch, konzentrisch) ist weniger entscheidend als die konsequente, progressive Steigerung. Langsames Krafttraining mit höherer Last zeigt besonders gute Ergebnisse.

4-Phasen-Modell der Rehabilitation

1Schmerzlinderung1–3 Wochen

Isometrisch — halten ohne Bewegung

2Kraftaufbau6–12 Wochen

Heavy Slow Resistance — langsam und kontrolliert

3Energiespeicherung4–8 Wochen

Funktionell — Greifen und Drehen unter Last

4Energiespeicherung und Kraftübertragung4–12 Wochen

Sportspezifisch — volle Griffkraft unter Wettkampfbedingungen

Die Zeitangaben dienen als Orientierung — die Progression richtet sich nach Ihrem individuellen Verlauf.

Aufklärung und Selbstmanagement

Die Sehne ist nicht kaputt — sie hat ihre Belastungsgrenze überschritten und braucht eine angepasste, schrittweise Belastung zur Erholung. Passive Schonung bremst diesen Prozess, weil Bindegewebe auf Be- und Entlastung angewiesen ist. Der Sehnenumbau dauert Monate — wer die Therapie abbricht, sobald die Schmerzen nachlassen, riskiert Rückfälle.

Die 24-Stunden-Regel

Die Übungen dürfen leicht spürbar sein (3–5 von 10), solange der Schmerz innerhalb von 24 Stunden auf das Ausgangsniveau zurückkehrt. Wenn nicht, war die Belastung zu hoch.

Manuelle Therapie als Ergänzung

Gezielte Mobilisationstechniken am Ellenbogengelenk (Mobilisation with Movement) können die Schmerzen während der Übung reduzieren und die Griffstärke sofort verbessern. Manuelle Therapie ergänzt die Übungstherapie — ersetzt sie aber nicht.

Ärztliche Aspekte

Kortisoninjektionen werden nicht empfohlen: Sie lindern kurzfristig (sechs bis acht Wochen), verschlechtern aber den Langzeitverlauf erheblich. Die Rezidivrate nach Kortisoninjektion liegt bei über 50 Prozent. Stoßwellentherapie zeigt moderate Effekte bei therapieresistenten Verläufen und ist eine sichere Ergänzung. Bei Therapieversagen nach sechs bis zwölf Monaten kann eine operative Therapie erwogen werden — dies betrifft weniger als 10 Prozent der Betroffenen.

Wenn jeder Handgriff zur Belastungsprobe wird

Wenn jeder Handgriff schmerzt — die Kaffeetasse, die Türklinke, die Computermaus —, dann ist der Tennisellenbogen mehr als eine Sehnenproblematik. Er greift in den Alltag ein und stellt die eigene Belastbarkeit in Frage. Besonders Menschen, die sich über körperliche Aktivität definieren — im Beruf, im Sport, im Haushalt —, erleben den schleichenden Funktionsverlust als Bedrohung ihrer aktiven Identität.

Das Fear-Avoidance-Modell beschreibt, was dann häufig passiert: Der Schmerz beim Greifen löst Angst aus. Die Angst führt zu Vermeidung. Die Vermeidung führt zu Dekonditionierung von Sehne und Muskulatur. Und die Dekonditionierung macht die Sehne empfindlicher — der Schmerz wird bei immer geringerer Belastung ausgelöst. So kann aus einer vorübergehenden Überlastung ein Zustand werden, der über Monate bestehen bleibt.

Bei länger bestehenden Beschwerden kann sich die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändern: Das Schmerzsystem wird empfindlicher, ohne dass der Sehnenschaden größer wird. Erhöhte Kälteempfindlichkeit am Ellenbogen ist ein klinisches Zeichen dafür. Katastrophisierende Gedanken — "Da ist bestimmt etwas Ernstes kaputt" — und Bewegungsangst können diesen Prozess verstärken. Aktuelle Forschung zeigt, dass diese psychologischen Faktoren den Verlauf stärker beeinflussen können als der Sehnenbefund im Ultraschall.

Der wichtigste Schritt ist das Verständnis: Die Sehne ist nicht kaputt, sie hat ihre Belastungsgrenze überschritten. Schmerz während der Übung bedeutet nicht, dass Schaden entsteht — solange die Beschwerden innerhalb von 24 Stunden auf das Ausgangsniveau zurückkehren. Wer diesen Unterschied zwischen "hurt" und "harm" versteht, kann das Training konsequenter durchführen und erlebt, dass die Sehne mit der Zeit belastbarer wird. Das ist kein Durchhalten trotz Schmerz — es ist aktive Therapie.

Mögliche Komplikationen

Die meisten Menschen mit Tennisellenbogen erholen sich mit angemessener Behandlung gut. Folgende Situationen können den Verlauf erschweren:

  • Chronifizierung: Bei etwa 20 bis 50 Prozent bestehen nach einem Jahr leichte Restbeschwerden oder es kommt zu wiederkehrenden Episoden. Frühzeitige und konsequente Übungstherapie senkt dieses Risiko. Wer die Therapie abbricht, sobald die Schmerzen nachlassen, riskiert Rückfälle — die Sehne ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig umgebaut.
  • Verschlechterung durch Kortisoninjektionen: Wiederholte Injektionen können die Sehnenqualität beeinträchtigen und den Verlauf langfristig verschlechtern. Die Rezidivrate nach Kortison ist deutlich höher als nach Übungstherapie oder abwartendem Verhalten.
  • Veränderte Schmerzverarbeitung: Bei längerer Beschwerdedauer kann das Nervensystem empfindlicher auf Belastung reagieren — erhöhte Kälteempfindlichkeit am Ellenbogen ist ein Zeichen dafür. Dies ist keine Verschlimmerung des Sehnenschadens, sondern eine veränderbare Anpassung des Schmerzsystems, die durch Aufklärung, Bewegung und Adressierung psychosozialer Faktoren positiv beeinflusst werden kann.
  • Begleitende Nervenirritation: In seltenen Fällen kann eine Nerveneinklemmung im Unterarm (Radialtunnelsyndrom) ähnliche Symptome verursachen und muss gezielt abgeklärt werden.
  • Lebensstilfaktoren: Schlafmangel, Rauchen und ungünstige Ernährung können die Sehnenheilung verlangsamen. Diese Faktoren werden in der Behandlung mitberücksichtigt.

Häufige Fragen

Progressive Belastungstherapie ist die wirksamste Behandlung. Die Sehne wird schrittweise an höhere Belastungen gewöhnt — von isometrischen Halteübungen über langsames Krafttraining bis hin zu funktionellen Alltagsbelastungen. Die Übungsform ist weniger wichtig als die konsequente, schrittweise Steigerung. Manuelle Therapie am Ellenbogen kann die Übung schmerzärmer machen und ist eine sinnvolle Ergänzung.

Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Manche spüren schon nach wenigen Wochen eine Besserung, bei anderen dauert es länger. Der Grund: Die Sehne baut zunächst Ersatzgewebe auf (Kollagen Typ III), das erst im Verlauf von Monaten durch belastungsfähigeres Gewebe ersetzt wird. Dieser Umbauprozess braucht Zeit und die richtigen Belastungsreize — Geduld und Konsequenz sind entscheidend.

Nein. Kortison lindert kurzfristig Schmerzen (sechs bis acht Wochen), verschlechtert aber den Langzeitverlauf erheblich. Die Rezidivrate nach Kortisoninjektion liegt bei über 50 Prozent, gegenüber 12 Prozent ohne Injektion. Aktuelle Leitlinien raten klar von routinemäßigen Kortisonspritzen ab. Übungstherapie ist die bessere Alternative — mit nachhaltigerem Ergebnis.

Als Einstieg eignen sich isometrische Übungen: Die Hand gegen einen festen Widerstand drücken, ohne die Position zu verändern. Danach folgen langsame Kraftübungen mit Theraband oder leichter Hantel (Heavy Slow Resistance). Ein typisches Schema: drei Sätze mit acht bis zwölf Wiederholungen, Steigerung alle ein bis zwei Wochen. Die Übungen dürfen leicht spürbar sein, aber keinen starken Schmerz auslösen. Wichtig: Nach der Übung sollte der Schmerz innerhalb von 24 Stunden auf das Ausgangsniveau zurückkehren.

In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist die Anpassung der Arbeitsbelastung: Greifarbeiten vorübergehend reduzieren, ergonomische Hilfsmittel nutzen und regelmäßige Pausen einlegen. Vollständige Schonung ist nicht empfehlenswert — die Sehne braucht Belastungsreize für ihre Erholung. Bindegewebe lebt von Be- und Entlastung.

Anhaltende Beschwerden haben oft mehrere Ursachen. Neben der Sehne selbst kann sich bei länger bestehenden Beschwerden die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändern — das Schmerzsystem wird empfindlicher, ohne dass der Sehnenschaden größer wird. Bewegungsangst und katastrophisierende Gedanken können diesen Prozess verstärken. Auch wiederholte Kortisoninjektionen können den Verlauf verschlechtern. Ein ganzheitlicher Ansatz mit Kräftigung, Aufklärung und Adressierung psychosozialer Faktoren zeigt die besten Ergebnisse.

Eine Epicondylitis-Bandage kann beim Tennisellenbogen kurzfristig Schmerzen bei Belastung lindern, indem sie den Zug an der betroffenen Sehnenansatzstelle am äußeren Ellenbogen reduziert. Sie wird etwa 2–3 cm unterhalb des schmerzhaften Punktes getragen. Die Bandage ersetzt jedoch keine progressive Übungstherapie und sollte als vorübergehende Ergänzung betrachtet werden — nicht als Lösung.

Beim Tennisellenbogen (laterale Epicondylalgie) sind die Streckmuskeln an der Außenseite betroffen, beim Golferellenbogen (mediale Epicondylalgie) die Beugemuskeln an der Innenseite. Der Tennisellenbogen ist etwa zehn Mal häufiger. Beide entstehen durch ähnliche Mechanismen — Überlastung durch repetitive Greif- und Drehbewegungen. Die Therapieprinzipien sind vergleichbar: progressive Belastungssteigerung, isometrische Einstiegsübungen und Aktivitätsanpassung.

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Zuletzt aktualisiert: 2026-04-04

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