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Diagnose

Gluteale Tendinopathie

Seitliche Hüftschmerzen verstehen und gezielt behandeln

Verfasst und geprüft von Dimitrios RallisAktualisiert: 11 wissenschaftliche QuellenMehr über den Therapeuten

Was ist das?

Degenerative Sehnenveränderung der Hüftabspreizer (Gluteus medius und minimus) am seitlichen Oberschenkelknochen. Die frühere Bezeichnung Schleimbeutelentzündung ist überholt — in über 90 % der Fälle ist die Sehne das eigentliche Problem.

Symptome

Seitlicher Hüftschmerz am Knochenvorsprung des Oberschenkels. Verstärkt beim Treppensteigen, Gehen, Liegen auf der betroffenen Seite und beim Aufstehen nach längerem Sitzen. Nachtschmerz durch Seitschlafen ist häufig die Hauptbeschwerde.

Prognose

Gut bei adäquater Behandlung. 77 % berichten nach 8 Wochen gezielter Therapie über deutliche Besserung. Vollständige Erholung dauert oft 3–12 Monate. Ohne Behandlung neigen die Beschwerden zur Chronifizierung.

Sofortmaßnahmen

Bei anhaltenden seitlichen Hüftschmerzen ärztlich abklären lassen. Seitschlafen: Kissen zwischen die Knie legen, nicht auf betroffener Seite liegen. Beine nicht übereinanderschlagen. Nicht im Standbein hängen. Kein aggressives Dehnen der seitlichen Hüftmuskulatur. Isometrische Hüftabspreizer-Übungen nach Schmerztoleranz beginnen.

Was ist eine gluteale Tendinopathie?

Die gluteale Tendinopathie ist eine degenerative Veränderung der Sehnen der Hüftabspreizer (Gluteus medius und minimus) an ihrem Ansatz am seitlichen Oberschenkelknochen (Trochanter major). Sie ist die häufigste Ursache für seitliche Hüftschmerzen.

Die früher übliche Diagnose Schleimbeutelentzündung (Bursitis trochanterica) ist in den meisten Fällen eine Fehldiagnose. Bildgebungsstudien zeigen, dass bei über 90 % der Betroffenen eine Sehnenveränderung die eigentliche Ursache ist, nicht ein entzündeter Schleimbeutel. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Behandlung grundlegend unterscheidet: Statt Ruhigstellung und Spritzen steht gezielte Kräftigung im Zentrum.

Der zentrale Mechanismus: Die Sehnen werden zwischen dem Knochenvorsprung und einem straffen Bindegewebsband komprimiert — insbesondere bei Positionen, in denen das Bein zur Körpermitte geht: Seitschlafen auf der betroffenen Seite, Beine übereinanderschlagen, im Standbein hängen. Diese Kompression treibt die Sehnenveränderung an. Es handelt sich nicht um eine Entzündung im klassischen Sinne, sondern um eine fehlgeschlagene Heilungsreaktion der Sehne.

Typische Symptome

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Typische Symptome sind:

  • Seitlicher Hüftschmerz am oder um den Knochenvorsprung des Oberschenkels
  • Verstärkung beim Treppensteigen, Gehen (insbesondere bergauf), Liegen auf der betroffenen Seite
  • Nachtschmerz durch Seitschlafen — häufig die Hauptbeschwerde und oft der Grund, warum Betroffene Hilfe suchen
  • Schmerz beim Aufstehen nach längerem Sitzen, besonders nach Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen
  • Schmerz beim 30-sekündigen Einbeinstand auf der betroffenen Seite
  • Leichte Morgensteifigkeit

Die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist vergleichbar mit der einer fortgeschrittenen Hüftarthrose — die Beschwerden werden oft unterschätzt.

Sofort ärztlich abklären bei

  • Nachtschmerz mit Gewichtsverlust (maligne Erkrankung)
  • Ermüdungsfraktur des Schenkelhalses (Läufer mit plötzlicher Belastungssteigerung)
  • Fortschreitende Schwäche (neurogen oder Sehnenruptur)
  • Bilaterale akute Symptome (systemische Erkrankung)

Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache ist eine Kombination aus kompressiver und zugförmiger Überlastung der Sehnen. Positionen, bei denen das Bein zur Körpermitte kommt, erhöhen die Kompression: Seitschlafen, Beine kreuzen, im Standbein hängen, enge Kniebeugen.

73 % der Betroffenen sind Frauen, der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 40 und 60 Jahren. Postmenopausale Frauen sind besonders häufig betroffen — hormonelle Veränderungen beeinflussen die Sehnenqualität und die breitere Beckenform führt zu einer stärkeren Kompression der Sehnen am seitlichen Oberschenkelknochen.

Läufer und Sportler: Bei Distanzläufern liegt die Prävalenz bei etwa 12 %. Eine plötzliche Steigerung des Laufumfangs ist ein klassischer Auslöser — die Sehne wird mit einer Belastung konfrontiert, an die sie nicht angepasst ist.

Schwangerschaft und Postpartum: Während der Schwangerschaft wird die Hüftmuskulatur durch Gewichtszunahme, veränderte Körperhaltung und hormonelle Lockerung (Relaxin) stärker beansprucht. Nach der Geburt kommen einseitige Belastungen hinzu — Heben, Tragen, Stillen in Seitlage. Die geschwächte Gluteus-medius-Muskulatur kann die Sehne weniger entlasten.

Weitere Risikofaktoren: Übergewicht, Probleme an der Lendenwirbelsäule (35 % der Menschen mit Rückenschmerzen haben auch seitliche Hüftschmerzen), vorbestehende Hüft- oder Knieprobleme auf der Gegenseite, und Zustand nach Hüft-Endoprothese.

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt — Bildgebung ist bei typischer Präsentation oft nicht nötig. Druckschmerz am Knochenvorsprung, Schmerz beim 30-sekündigen Einbeinstand und Schwäche der Hüftabspreizer sind die wichtigsten klinischen Zeichen.

Ultraschall kann Sehnenveränderungen und Schleimbeutelvergrößerungen darstellen. Das MRT ist der Goldstandard für die Sehnenbeurteilung und wird bei therapieresistenten Verläufen oder Verdacht auf Sehnenriss empfohlen.

Differenzialdiagnosen: Hüftarthrose (eher Leistenschmerz und Einschränkung der Einwärtsdrehung), femoroacetabuläres Impingement, ausstrahlende Beschwerden von der Lendenwirbelsäule, seitliches Oberschenkelbandsyndrom, Ermüdungsfraktur des Schenkelhalses, Nerveneinklemmung am seitlichen Oberschenkelnerv.

Behandlung – Kräftigung statt Schonung

Aktuelle Studiendaten sind eindeutig: Aufklärung und Übungstherapie sind jeder anderen Therapieform überlegen. Eine große Vergleichsstudie zeigte nach 8 Wochen eine deutliche Besserung bei 77 % der Patienten in der Übungsgruppe, gegenüber 58 % nach Kortisoninjektion und 29 % bei Abwarten.

Belastungsmodifikation (sofort)

Seitschlafen: Kissen zwischen die Knie, nicht auf betroffener Seite liegen. Sitzen: Beine nicht übereinanderschlagen. Stehen: Nicht im Standbein hängen. Treppensteigen: Stufenweise statt alternierend. Bei Läufern: Laufumfang und -intensität vorübergehend reduzieren, keine plötzlichen Steigerungen.

Progressive Kräftigung

Die Kräftigung folgt einem stufenweisen Aufbau.

Die 24-Stunden-Regel

Moderate Schmerzen während der Übung (3–5 von 10) sind akzeptabel, solange sich der Schmerz innerhalb von 24 Stunden wieder auf das Ausgangsniveau einpendelt. Wenn nicht, war die Dosis zu hoch.

4-Phasen-Modell der Rehabilitation

1Schmerzlinderung1–4 Wochen

Isometrisch — Hüftabspreizer aktivieren ohne Bewegung

2Kraftaufbau4–12 Wochen

Konzentrisch + exzentrisch — progressive Gewichtssteigerung

3Energiespeicherung4–8 Wochen

Funktionell-dynamisch — Stabilität unter Bewegung

4Energiespeicherung und Kraftübertragung4–12 Wochen

Sportspezifisch — volle Belastung bei Lauf und Richtungswechsel

Die Zeitangaben dienen als Orientierung — die Progression richtet sich nach Ihrem individuellen Verlauf.

Aufklärung und Selbstmanagement

Passive Maßnahmen wie Dehnen oder wiederholte Kortisonspritzen können die Beschwerden sogar verstärken. Die vollständige Erholung dauert oft 3 bis 12 Monate — Geduld und Konsequenz sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Warum dauert Sehnenheilung so lange?

Sehnengewebe besteht aus Kollagen Typ I — der Umbau von ungeordnetem Ersatzgewebe (Typ III) zu belastungsfähigem Gewebe dauert biologisch 300 bis 500 Tage. Deshalb beschleunigt passive Schonung nicht — nur dosierte Belastung gibt der Sehne den Reiz, den sie für ihren Umbau braucht.

Belastung mit hoher Zugspannung sollte nur 3 Mal pro Woche stattfinden, damit die Sehne ausreichend Zeit für Anpassung und Erholung hat. Eine Operation ist selten nötig (unter 5 % der Fälle) und wird erst nach 6–12 Monaten erfolgloser konservativer Therapie erwägt.

Häufige Missverständnisse — und was nicht hilft

Schleimbeutelentzündung: Die Diagnose "Bursitis" hält sich hartnäckig, obwohl Bildgebungsstudien zeigen, dass in über 90 % der Fälle die Sehne das Problem ist, nicht der Schleimbeutel. Diese Fehldiagnose führt zu falscher Behandlung — Ruhigstellung statt Kräftigung, Spritzen statt Training. Viele Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden als "das ist eben das Alter" abgetan werden.

Dehnen: Aggressives Dehnen der Hüftabspreizer oder des seitlichen Oberschenkelbandes verstärkt die Kompression auf die gereizte Sehne und verschlechtert die Beschwerden häufig. Obwohl es sich intuitiv richtig anfühlt, ist Dehnen bei dieser Diagnose kontraproduktiv.

Wiederholte Kortisonspritzen: Kurzfristig können Kortisoninjektionen Schmerzen lindern. Langfristig ist die Übungstherapie deutlich überlegen. Wiederholte Injektionen können die Sehnenqualität beeinträchtigen und sollten nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden.

Stoßwellentherapie: Zeigt moderate kurzfristige Effekte auf Schmerz, ist aber der Übungstherapie langfristig unterlegen. Kann als Ergänzung erwogen werden, ersetzt aber nicht das Krafttraining.

Seitlage-Übungen: Hüftabduktion in Seitlage — eine beliebte Übung — komprimiert die gereizte Sehne zwischen Knochenvorsprung und Unterlage. Kräftigung sollte stattdessen im Stehen erfolgen.

Nachtschmerz und der Teufelskreis

Nachtschmerz durch Seitschlafen ist häufig die belastendste Beschwerde bei glutealer Tendinopathie und oft der Grund, warum Betroffene Hilfe suchen. Die gereizte Sehne wird zwischen dem Knochenvorsprung und der Matratze komprimiert — und das über Stunden.

Chronischer Schlafmangel hat weitreichende Folgen: Die Schmerzempfindlichkeit steigt, die Belastbarkeit am Tag sinkt, die Energie für Übungen fehlt. Ein Teufelskreis entsteht: Schlechter Schlaf, mehr Schmerz, weniger Fortschritt in der Therapie, mehr Frustration, noch schlechterer Schlaf.

Konkrete Strategien: Rückenlage oder Seitlage auf der gesunden Seite mit einem festen Kissen zwischen den Knien, damit das obere Bein nicht nach unten fällt und die Sehne nicht zusätzlich belastet wird. Bei Rückenlage ein Kissen unter den Knien. Viele Betroffene berichten, dass allein die Umstellung der Schlafposition die Nachtschmerzen innerhalb weniger Tage deutlich reduziert.

Auch die Angst vor Bewegung kann eine Rolle spielen: Der Schmerz beim Treppensteigen oder Gehen löst Vermeidung aus. Die Vermeidung schwächt die Hüftmuskulatur weiter. Und schwache Hüftmuskeln können die Sehne weniger entlasten. Wer versteht, dass die Sehne auf gezielte Kräftigung anspricht und dass Belastungsmodifikation im Alltag sofort helfen kann, gewinnt Kontrolle zurück.

Natürlicher Verlauf und Prognose

Ohne Behandlung neigen die Beschwerden zur Chronifizierung über Monate bis Jahre. Eine große Vergleichsstudie zeigte: Nach 8 Wochen Abwarten berichteten nur 29 % über eine Besserung.

Mit gezielter Therapie (Aufklärung und Übung) sieht es deutlich besser aus: 77 % berichteten nach 8 Wochen über eine deutliche Besserung, und diese Ergebnisse sind langfristig stabil. Die vollständige Erholung dauert oft 3–12 Monate.

Die Sehne reagiert auf Belastung — aber nicht jede Sehne gleich schnell. Manche Sehnen sind irritierbarer als andere: Sie reagieren auf eine Belastung, die eigentlich angemessen ist, mit einer vorübergehenden Schmerzzunahme. Die 24-Stunden-Regel hilft bei der Dosierung: Wenn sich der Schmerz innerhalb von 24 Stunden nach einer Belastung wieder auf das Ausgangsniveau einpendelt, war die Dosis angemessen. Wenn nicht, war sie zu hoch. Am Anfang der Rehabilitation ist das eine Findungsphase — das ist normal und kein Zeichen von Versagen.

Günstige Faktoren: Frühe Diagnose, gute Umsetzung der Belastungsmodifikation und regelmäßige Übungstherapie. Ungünstige Faktoren: Lange Beschwerdedauer vor Therapiebeginn, Übergewicht, begleitende Lendenwirbelsäulenprobleme und wiederholte Kortisonspritzen.

Rezidive sind häufig, wenn alte Belastungsmuster wieder aufgenommen werden — insbesondere Seitschlafen auf der betroffenen Seite und Beine kreuzen. Ein langfristiges Erhaltungsprogramm mit Kraftübungen 2–3 Mal pro Woche hilft, Rückfälle zu vermeiden.

Mögliche Komplikationen

Die meisten Betroffenen erholen sich mit gezielter Therapie gut. In manchen Fällen können Schwierigkeiten auftreten:

  • Chronifizierung: Ohne Behandlung oder bei unveränderten Belastungsmustern können die Beschwerden über Monate bis Jahre persistieren. Die konsequente Umsetzung der Belastungsmodifikation ist der wichtigste Faktor.
  • Sehnenriss: In seltenen Fällen kann die degenerative Veränderung zu einem Teil- oder Komplettriss der Sehne führen. Dies erfordert eine ärztliche Evaluation und möglicherweise eine operative Versorgung.
  • Schlafbeeinträchtigung: Nachtschmerz durch Seitschlafen kann zu erheblicher Schlafbeeinträchtigung und sekundären Problemen (Erschöpfung, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Stimmungsveränderungen) führen.
  • Verschlechterung durch Fehlbehandlung: Wiederholte Kortisonspritzen, aggressives Dehnen oder Übungen in komprimierender Position (Seitlage-Abduktion) können den Verlauf verschlechtern.

Häufige Fragen

Nein. Die Diagnose Schleimbeutelentzündung (Bursitis) ist in den meisten Fällen eine Fehldiagnose. Bildgebungsstudien zeigen, dass über 90 % der seitlichen Hüftschmerzen durch eine Sehnenveränderung der Hüftabspreizer verursacht werden, nicht durch einen entzündeten Schleimbeutel. Die Therapie unterscheidet sich grundlegend: Statt Ruhigstellung steht gezielte, progressive Kräftigung der Gesäßmuskulatur im Zentrum.

Kurzfristig ja, langfristig nein. Eine große Vergleichsstudie zeigte nach 8 Wochen eine Besserung bei 58 % nach Kortison-Injektion — aber die Übungsgruppe schnitt mit 77 % deutlich besser ab. Nach einem Jahr war die Übungsgruppe weiterhin überlegen. Wiederholte Kortisonspritzen können die Sehnenqualität möglicherweise verschlechtern und sollten daher nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden.

Hormonelle Veränderungen nach den Wechseljahren beeinflussen die Sehnenqualität und die Regenerationsfähigkeit des Gewebes. Zusätzlich führt die breitere Beckenform bei Frauen zu einer stärkeren Kompression der Sehnen am seitlichen Oberschenkelknochen. Postmenopausale Frauen sind daher die am stärksten betroffene Gruppe. Gezieltes Krafttraining der Hüftabspreizer ist die wirksamste Gegenmaßnahme und kann diesen Faktoren effektiv entgegenwirken.

Liegen auf der betroffenen Seite komprimiert die gereizte Sehne zwischen dem Knochenvorsprung und der Unterlage und verstärkt dadurch die Beschwerden, besonders nachts. Empfohlen wird Rückenlage oder Seitlage auf der gesunden Seite mit einem festen Kissen zwischen den Knien, damit das obere Bein nicht nach unten fällt und die Sehne nicht zusätzlich belastet wird. Viele Betroffene berichten, dass allein diese Umstellung der Schlafposition die Nachtschmerzen innerhalb weniger Tage deutlich reduziert.

Nein. Aggressives Dehnen der Hüftabspreizer oder des seitlichen Oberschenkelbandes verstärkt die Kompression auf die gereizte Sehne und verschlechtert die Beschwerden häufig. Obwohl es sich intuitiv richtig anfühlt, ist Dehnen bei dieser Diagnose kontraproduktiv. Stattdessen sollten die Hüftabspreizer im Stehen gekräftigt werden, nicht in Seitlage, da die Seitlage ebenfalls Kompression auf die Sehne ausüben kann.

Die meisten Betroffenen spüren innerhalb von 8 Wochen eine deutliche Besserung, wenn sie die Belastungsmodifikation und das Übungsprogramm konsequent umsetzen. Die vollständige Erholung dauert oft 3 bis 12 Monate und hängt von der Beschwerdedauer vor Therapiebeginn, dem Alter und der Übungstreue ab. Ein langfristiges Erhaltungsprogramm mit Kraftübungen 2 bis 3 Mal pro Woche hilft, Rückfälle zu vermeiden.

In vielen Fällen ja, mit Anpassungen. Laufen ist eine zugbetonte Belastung für die Sehne und grundsätzlich verträglicher als komprimierende Positionen. Entscheidend ist die Dosierung: Laufumfang vorübergehend reduzieren, keine plötzlichen Steigerungen, und die 24-Stunden-Regel beachten. Wenn sich der Schmerz innerhalb von 24 Stunden nach dem Lauf wieder auf das Ausgangsniveau einpendelt, war die Belastung angemessen. Parallel die Hüftmuskulatur gezielt kräftigen.

Selten — weniger als 5 % der Betroffenen benötigen eine Operation. Eine chirurgische Behandlung wird erst erwägt, wenn 6 bis 12 Monate konservativer Therapie einschließlich strukturierter Übungstherapie keine ausreichende Besserung gebracht haben. In diesen Fällen kann eine Sehnenrekonstruktion oder eine Schleimbeutelentfernung sinnvoll sein. Die große Mehrheit der Betroffenen erreicht mit konsequenter Physiotherapie ein gutes Ergebnis ohne Operation.

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Zuletzt aktualisiert: 2026-04-04

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